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Das kriminelle Netzwerk PDF Drucken E-Mail

 

Das kriminelle Netzwerk der Globalisierung Teil 2  

 
Holger Strohm - raum&zeit Ausgabe 186/2013 

Im ersten Teil seines Artikels (raum&zeit 185) beleuchtete der Querdenker Holger Strohm die Schattenseiten von Globalisierung und europäischer Integration. In dieser Ausgabe zeigt er, dass mafiöse Organisationen in Deutschland fröhliche Urstände feiern und wie gefährlich eine Freihandelszone von EU und USA wäre. Ein Nachruf auf Demokratie und Rechtsstaat.

 

 

 

Organisierte Bedrohung

18.06.2010   

Barbara Junge

 

Globalisierung fördert auch kriminelle Netzwerke – eine Organisation Der Vereinten Nationen sieht dadurch den Weltfrieden gefährdet. Globalisierung mache auch verletzlich und angreifbar. 

„Die organisierte Kriminalität bedroht in unserer globalisierten Zeit den Weltfrieden.“ Zu dieser drastischen Einschätzung kommen jetzt die Vereinten Nationen in einem Bericht zur „Globalisierung des Verbrechens“, den das UN-Büro für Drogen-und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in New York vorgelegt hat. „Transnationale Kriminalität ist eine Bedrohung für Frieden und Entwicklung, und sogar für die Souveränität von Nationen“, sagte Antonio Maria Costa, Exekutivdirektor der UNODC, am Mittwoch (Ortszeit) in einer Rede vor dem Rat für auswärtige Beziehungen.

Organisierte Kriminalität, warnte Costa weiter, habe sich „zu einer der weltweit führenden wirtschaftlichen und bewaffneten Kräfte entwickelt“.http://urban.adspirit.de/adview.php?tz=1389917172&pid=801&kid=1922&wmid=5908&sid=1&nvc=1&target1=-

Ihre Mittel seien Waffen und Gewalt, aber ebenso Geld und Bestechung, um Wahlen, Politiker und sogar das Militär zu kaufen. Der Bericht, der auch Piraterie auf See und Computerkriminalität umfasst, ist eine Reaktion darauf, dass UN-Mitgliedstaaten und internationale Organisationen angesichts der Bedrohung durch die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität Alarm geschlagen hatten.

Die UNODC untersucht darin die großen Ströme von illegalen Drogen (Kokain und Heroin), Schusswaffen, gefälschten Produkten, gestohlenen natürlichen Ressourcen und den Menschenhandel zum Zweck von sexueller Ausbeutung, Zwangsarbeit sowie des Schmuggels von Migranten. „Heute überspannen die kriminellen Märkte den Planeten“, sagte Costa: „Illegale Waren stammen von einem Kontinent, werden über einen anderen verbreitet und in einem dritten vermarktet.“

Dem Bericht zufolge werden allein in Europa jährlich geschätzte 140 000 Menschen Opfer von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung. Und ihre Peiniger verdienen damit rund drei Milliarden Dollar pro Jahr. Die bedeutendsten Schleuserwege führen von Afrika nach Europa und von Lateinamerika in die USA. Um die 2,5 bis drei Millionen Migranten werden jedes Jahr illegal von Lateinamerika in die USA gebracht; mit Einnahmen von 6,6 Milliarden Dollar für die Schleuser. „Weltweit gibt es Millionen von modernen Sklaven, die zu einem Preis gehandelt werden, der dem vor Jahrhunderten entspricht“, beklagt der UNODC-Direktor.

Der lukrativste Markt für Heroin ist demnach Europa mit einem Umsatz von 20 Milliarden Dollar, während Russland das Land ist, in dem mit 70 Tonnen jährlich am meisten von der Droge konsumiert wird. Die illegale Ausbeutung natürlicher Ressourcen und der Handel mit Wildtieren aus Afrika und Südostasien stören außerdem fragile Ökosysteme und fördern das Aussterben von Tierarten. Ein weiterer erschreckender Faktor ist die medizinische Ausbeutung: Die Hälfte aller Medikamente, die in Afrika und Südostasien getestet werden, sind gefälscht und minderwertig. Sie erhöhen das Krankheitsrisiko anstatt es zu mindern.

Die Vernetzung der Welt ist eines der herausragenden Merkmale des 21. Jahrhunderts, heißt es in dem Bericht. Globalisierte Handels-, Transport- und Kommunikationswege ermöglichen es, dass Menschen und Waren, aber auch Ideen und Informationen schneller denn je um den Globus reisen. Zum größten Teil trügen diese Netzwerke zu Fortschritt und steigendem Wohlstand bei. Doch die Fortschritte der Globalisierung machten uns auch in neuer Weise verletzlich und angreifbar. Zerstörerische Netzwerke machten sich dies zunutze und unterminierten unsere Sicherheit und unsere Entwicklung.

Insbesondere in den instabilen Ländern der Welt verstärke die organisierte Kriminalität – zum eigenen Nutzen – Armut und Instabilität, sie säe Gewalt, beliefere einen wachsenden Drogenmarkt und stärke mit Korruption und Geldwäsche die eigene Macht. 

 

Das kriminelle Netzwerk: Freimaurer und Konsorten 

Staatlich organisierte Kriminalität in der Schweiz 

Kriminelle Netzwerke: Freimaurer-Logen und Konsorten - die heimliche Macht!


In einer höchst bemerkenswerten Eingabe vom 20.06.2006 an die Schweizerische Bundesversammlung macht der Verfasser Alex Brunner auf kriminelle Netzwerke aufmerksam. Die Eingabe behandelt das kriminelle Netzwerk (Illumianten, Freimaurer und Konsorten) sowie deren Massnahmen mit einem Vergleich zu den Protokollen der Weltliteratur.

Unter dem Titel "Das kriminelle Netzwerk: Freimaurer und Konsorten" weist der Verfasser auf die auch in der Schweiz aktiven kriminellen Strukturen hin. Seine detaillierte, 33 Seiten umfassende Eingabe wird ergänzt durch Facts, Hintergründe, Dokumente, Grafiken und statistische Daten. Sehr aufschlussreich!

Wer regiert in Wirlichkeit die Welt, wer hat die Macht und das Sagen in der Schweiz? Was viele schon immer vermutet haben, scheint Brunners Eingabe ausführlich zu belegen. Ein Bericht über die staatlich organisierte Kriminalität in der Schweiz, den nicht nur die Mitglieder der Schweizerischen Bundesversammlung interessieren sollte. Lesen Sie die Eingabe 7 "
Kriminelle Netzwerke: Freimaurer und Konsorten [737 KB] " von Alex Brunner. Download als PDF-Datei

In der neusten Eingabe 7.1 "Das kriminelle Netzwerk, 2. Teil - Die Lügengebäude
[884 KB] "befasst sich der Autor Alex Brunner nicht nur, wie die Headline suggeriert, mit der Energie, sondern sie geht viel weiter. Eigentlich ist es eine Gesamtschau über die Geschichte der letzten 80 Jahre, aus der versucht wird, die heutigen Probleme zu analysieren und die Parallelen sowie die Folgerungen daraus zu erkennen.

 

Schattenseiten der Globalisierung 

Von Thomas Wagner  

Bei der modernen Form der Organisierten Kriminalität wird nicht geschossen, sondern bezahlt. 

(Stock.XCHNG / Mateusz Atroszko) 

Kriminelle Netzwerke operieren weltweit, die Globalisierung hat auch das Verbrechen erfasst. Und die organisierte Kriminalität kennt keine Grenzen. Im Gegenteil, die Grenzüberschreitungen machen erst vieles möglich.  

"Organisierte Kriminalität" – der Begriff lässt so manchem einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Mafia, Mord, Machtlosigkeit des Staates – solche Stichworte fallen gerne, wenn es um "Organisierte Kriminalität" geht. Doch: Die Begriffsbestimmung an sich scheint genauso schwierig zu sein wie die Bekämpfung. Erstens: Organisierte Kriminalität kommt in den besten Gesellschaften vor.

"Zweitens: Jeder weiß, dass organisierte Kriminalität verboten ist. Drittens: Viele hoffen, dass organisierte Kriminalität, ich werde das Kürzel 'OK' verwenden, irgendwann, irgendwie verfolgt und bestraft wird."

So Wolfgang Hetzer, leitender Mitarbeiter bei OLAF in Brüssel. "OLAF" steht für "Office Européen de Lutte Anti Fraude" oder "Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung." Und sozusagen bereits kraft Amtes stellte Wolfgang Hetzer in Karlsruhe die Frage: Gehört zur "Organisierten Kriminalität" nicht viel mehr als die klassischen Deliktgruppen wie Drogenhandel, Menschenhandel, Geldwäsche, Erpressung, Mord? Die Frage sei, angesichts der immer noch anhaltenden Finanzkrise, aktueller denn je: "Die Globalisierung hat auf den Finanzmärkten eine Casinokultur entstehen lassen mit dramatischen Konsequenzen: Im Mittelpunkt der ganzen Entwicklung steht die Korruption. Regierungen haben erlaubt, dass das System und seine wichtigsten Vertreter außer Kontrolle gerieten. Auch wenn man manche Unternehmen als zu korrupt eingeschätzt hat, ließ man sie doch agieren, damit sie nicht scheitern. Das schöne Wort der Systemrelevanz fiel da. Finanziers und Wirtschaftsführer haben ohne Regeln eine Bereicherungsorgie veranstaltet. Banker, Fondsmanager und Vermögensverwalter haben ihre Dienstleistungen und ihre Seelen verkauft, um riesige Summen Geldes zu verdienen und es in die eigenen Taschen zu stecken, als das System kollabierte. Armeen von Rechnungsprüfern, Buchhaltern und Rechtsanwälten haben sich legalen und illegalen Industrien wie Söldnern zur Verfügung gestellt, um schmutzige Geschäfte zu verdecken beziehungsweise ihnen den Anschein von Rechtmäßigkeit zu vermitteln. Ratingagenturen haben Unternehmen betrügerisches Verhalten geradezu gelehrt und ihnen danach geradezu Unbedenklichkeitstestate ausgestellt. Darin liegt der korrupte Kern der Finanzkrise, der für die OK geradezu ein Jungbrunnen ist."

Bei dieser modernen Form der "Ok", der Organisierten Kriminalität also, werde nicht geschossen, sondern bezahlt. Statt Erpressung und Mord ziehen es die Akteure vor, Aktienkurse zu manipulieren und Banken in den Bankrott zu treiben – über nationale Grenzen hinweg. Und das sei, so die Experten in Karlsruhe, längst noch nicht alles: "Wenn man sich anschaut: Ausschreibungsbetrug, Kapitalanlagebetrug, Betrug im Gesundheitswesen – das sind die schadensträchtigsten Bereiche, die wir im Bereich der organisierten Kriminalität in Deutschland haben. Die sind aber nicht so das typische Ziel der Bekämpfung organisierter Kriminalität, weil die Leute diesem Gangsterklischee nicht entsprechen: Das geht ja schon los, wenn man als Patient zum Arzt geht, dass man sich mal anschaut, was da so alles abgerechnet wird."

So Professor Klaus von Lampe, der am John Jay Collegue of Criminal Justice in New York arbeitet. Diese neuen Formen organisierter Kriminalität seien längst noch nicht stark genug im öffentlichen Bewusstsein verankert. Entsprechend unzureichend ergreife der Staat Gegenmaßnahmen. Als ob diese neue Formen organisierter Kriminalität nicht schon Problem genug wären – auch die klassische Ausprägung der Organisierten Kriminalität hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Ursache dafür ist eigentlich eine höchst erfreuliche Entwicklung – nämlich der Fall des sogenannten "Eisernen Vorhangs" zwischen Ost- und Westeuropa vor etwas über 20 Jahren. Das führte jedoch zum Aufkeimen neuer Verbrechensorganisationen, beispielsweise durch die massenweise Entlassung von Sicherheitskräften in den osteuropäischen Transformationsstaaten. Der englische Journalist und Verbrechensexperte Misha Glenny hat dies am Beispiel Bulgarien erforscht: "Viele Polizisten wurden entlassen. Sie haben keine Arbeit gefunden. Die Wirtschaft geht runter, ziemlich schnell. Und die mussten sich dann irgendwie beschäftigen. Und wie haben Sie das gemacht? Sie haben sich zu Banden irgendwie zusammengeführt. Und sie haben inoffiziell als Polizisten, als Schutzmacht innerhalb der Gesellschaft funktioniert, was wir eigentlich im Westen normalerweise die Mafia nennen. Und dadurch ist die Mafia in Osteuropa entstanden."

Mit verheerenden Folgen: Zum Teil nehmen solche Organisationen bis heute staatsähnliche Funktionen wahr: 'Sicherheit gegen Schutzgeld' lautet in vielen Regionen nach wie vor die Devise. Staatliche Institutionen werden korrumpiert. Auf diese Weise sichern sich solche Verbrechensorganisationen ihren Fortbestand. Die sind, im Vergleich zum schwerfälligen Staatsapparat, aus organisationssoziologischer Sicht auch noch unglaublich flexibel, verfügen über schlanke und äußerst effiziente Entscheidungsstrukturen, so Misha Glenny: "Da gab es überhaupt gar keine Bürokratie: Da gab es nur eine Regel mehr oder weniger: Wenn man versagt, dann droht der Tod. Und wenn man nicht versagt, kriegt man irrsinnig viel Geld. Also es war ein ganz einfaches Businessmodell."

Mit Auswirkungen auch auf Westeuropa: Denn dort bestehe, so Misha Glenny, die Hauptnachfrage nach all dem, was osteuropäische Mafiaorganisationen zu bieten haben: Drogen gehören dazu, aber beispielsweise auch Billigarbeitskräfte und Prostituierte. Gerade in Sachen Menschenhandel zwischen Ost- und Westeuropa erkennen Experten wie der ehemalige Chefinspektor Manfred Paulus von der Polizeihochschule Villingen-Schwenningen eine verhängnisvolle Entwicklung: Dass nämlich Teile der illegalen Machenschaften auf eine steigende gesellschaftliche Akzeptanz stießen. So seien Bordellbetreiber immer häufiger gern gesehene Gäste in diversen TV-Talkshows. Ihre Arbeit sei längst salonfähig geworden, ihr Schmuddelimage hätten sie erfolgreich abgelegt, der Zuhälter von heute habe zumindest den Bachelor in Betriebswirtshaft – und nicht nur das:


"Sie errichten Nobelbordelle an sorgsam ausgewählten Orten: Flughafen Stuttgart, Flughafen München, Polizeiakademie Freiburg. Sie errichten Wellnessbereiche. Die Arbeitsebene ist ohne jegliche Vorstrafen. Selbst Drogen sind teilweise zumindest tabu. Ziel dieses Strategiewechsels: Man will ein höchst Interessantes, weil mit Einfluss und Macht ausgestattetes, sehr solventes und dazu auch noch leicht erpressbares Publikum gewinnen. Eine Kundenschicht, die man eigentlich bisher nicht oder nur sehr schwer erreichen konnte: Rechtsanwälte, der Bürgermeister, der Polizeichef, Politiker, Medienvertreter, Prominente um nur ein paar davon zu nennen."

So verkomme das Handeln der Organisierten Kriminalität zum tolerierbaren und gesellschaftlich akzeptierten Kavaliersdelikt. Kaum einer möchte da noch über die Unterdrückungsmethoden reden, denen sich Menschenhandelsorganisationen bis zum heutigen Tag in den Herkunftsländern ihrer Opfer bedienen. Angesichts solcher Aussagen stand dann auch Professor Susanne Karstedt, Kriminologin an der britischen University of Leeds, auf ziemlich verlorenem Posten. Sie vertrat im Karlsruhe die Auffassung: Je stabiler eine Demokratie, desto besser ist sie gegen die Auswüchse der Organisierten Kriminalität gewappnet.

"Aber Länder mit fragilen Demokratien, die wir im Demokratisierungsprozess bezeichnen, die sind gefährdet. Außerdem. Länder im Demokratisierungsprozess haben ein extrem hohes Risiko, zu 'failed states' zu werden, also dass es zu einem Versagen der Staatlichkeit kommt. Und da müssen wir sehen, dass die organisierte Kriminalität sehr zu dieser Dynamik beitragen kann."

Doch diese Aussage blieb in Karlsruhe nicht ohne Widerspruch: Was ist mit Ländern wie Italien, Portugal oder Griechenland, die als demokratisch gelten, in denen aber Mafia-Organisationen seit Ewigzeiten ihr Unwesen treiben? Was mit der Cosa Nostra in der urdemokratischen USA? Gerade stabile westliche Demokratien einschließlich der deutschen zeigten sich derzeit gegenüber den Auswüchsen moderner organisierter Kriminalität besonders anfällig, so die Gegenthese von Wolfgang Hetzer von der europäischen Anti-Korruptionsorganisation OLAF in Brüssel.


"Nicht erst in der Finanzkrise zeigt sich, dass wir in Gesellschaften leben, in denen sich Lebenssinn in Gewinnmaximierung erschöpft. Dort hat die OK alle Chancen, weiterzuwachsen und zu gedeihen. Schon jetzt ist kaum zu klären, in welchem Maße zwischen legalen, noch-legalen Unternehmen und der OK Deckungsgleichheit besteht. Damit schließt sich der Kreis: Jede Gesellschaft innerhalb und außerhalb Europas hat die OK, die sie verdient, weil sie mit ihr und an ihr verdient."