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STOP - INDECT!! PDF Drucken E-Mail

  

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 Demonstrationen in München 

 

INDECT ist ein aktuelles Forschungsprojekt der EU und ein weiterer Versuch, einen EU-Überwachungsstaat zu etablieren.** 

Es handelt sich dabei um ein automatisiertes System, das das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger mit Hilfe einer intelligenten Software überwacht und auswertet. Diese Software wertet die Daten von Kameras und "Drohnen" (fliegenden Kameras) aus. Sollte sich eine Person "nicht normal verhalten" (z.B. lange am selben Platz stehen oder eilig über die Straße rennen), werden umgehend weitere Daten über diese Person via Gesichtserkennungssoftware, Internet (zB Facebook), SMS-/E-Mail- oder Telefonüberwachung und sonstigen verfügbaren Datenbanken eingeholt. Daraufhin verständigt INDECT die zuständigen Sicherheitskräfte, die dann diese Person "sicherstellen" sollen.

INDECT ist ein Projekt zur totalen Überwachung weiter Bevölkerungskreis unter dem Vorwand der Verbrechensbekämpfung und muss verhindert werden! 

 

 Aufkleber rund INDECT 112.jpg 

 

Überwachungsprogramm INDECT 

INDECT ist das umfassendste Überwachungsprogramm, das je installiert werden sollte. Es umfasst nicht nur das Internet. Auch Menschen auf der Straße werden INDECT nicht entgehen. Was wie wirre Science Fiction klingt, könnte ab 2013 schwer zu begreifende Wirklichkeit werden. Science Fiction war gestern. INDECT ist morgen. INDECT verbindet sämtliche Daten aus Foren, Social Networks (z.B. Facebook), Suchmaschinen des Internets mit staatlichen Datenbanken, Kommunikationsdaten und Kamerabeobachtungen auf der Straße. INDECT wird wissen, wo wir sind, was wir tun, weshalb wir es tun und was unsere nächsten Schritte sein werden. INDECT wird unsere Freunde kennen und wissen, wo wir arbeiten. INDECT wird beurteilen, ob wir uns normal oder abnormal verhalten.   

INDECT beinhaltet folgende Maßnahmen:  

Im Internet 

  • Überwachung des Internets mit Hilfe von Suchmaschinen im www, UseNet, Social Networks (Facebook, WKW etc.), Foren, Blogs, P2P-Netzwerke sowie individuelle Computersysteme
  • Auffinden von Bildern und Videos mit Hilfe von Wasserzeichen, sowie automatisierte Suchroutinen zum Aufspüren von beispielsweise Gewalt oder “abnormalem Verhalten”
  • Eine weiterentwickelte Computerlinguistik deren Suchroutinen in der Lage sind Beziehungen zwischen Personen, sowie den Kontext einer Unterhaltung, z.B. in Chats, bei der Interpretation der Sprache, mit einzubeziehen 
  •  

Auf der Straße 

  • Mobiles städtisches Überwachungssystem (“Mobile Urban Observation System”)
  • Drohnen = Fliegende Kameras (so genannte “Unmanned Aerial Vehicles” (UAV) wie etwa Quadrocopter)
  • Die UAV sollen “intelligent und autonom” vernetzt werden und miteinander kooperieren, um verdächtige bewegliche Objekte automatisiert und eigenständig sowohl identifizieren als auch im städtischen Raum per Schwarmverhalten verfolgen zu können.
  • Überwachungskameras nutzen präventiv die biometrischen Daten aus Pässen und Personalausweisen, um Personen zu identifizieren und Bewegungsmuster zu erstellen.

Die daraus erhaltenen Daten sollen in einer Datenbank gespeichert und durch bereits vorhandene Daten ergänzt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Überwachungskameras
  • Handy-Ortung (z.B. via GSM/GPS)
  • Gesichtserkennung (z.B. via biometrischer Daten in elektronischen Ausweisen)
  • Telekommunikationsüberwachung (Vorratsdatenspeicherung)

Als Kriterien für “abnormales Verhalten” wurden unter anderen folgende Punkte bei einer Umfrage mit polnischen Polizisten identifiziert. Als gefährlich wird unter anderem eingestuft, wer…

  • auf der Straße
    • rennt
    • kämpft
    • zu schnell fährt
  • im öffentlichen Nahverkehr
    • auf dem Fußboden sitzt
    • zu lange sitzt
    • Gepäck vergisst
  • im Stadion
    • Flaschen wirft
    • das Spielfeld betritt
  • am Flughafen
    • Gepäck vergisst
    • zu lange sitzt

Aus den Fragebögen-Ergebnissen wird abgeleitet, welche Verhaltensweisen automatisiert erkannt werden sollen:

  • Bewegung in die “falsche” Richtung
  • “Herumlungern”
  • Treffen von mehr als X Personen
  • Autodiebstahl
  • Laufen
  • fallende Personen
  • Gepäck vergessen
  • Herumsitzen, länger als die Dauer X
  • Schreien
  • Schüsse, Explosionen
  • fluchende Personen

Man ist also in nahezu jeder Situation verdächtig. Wer im öffentlichen Nahverkehr auf dem Fußboden sitzt, zu lange mitfährt oder sein Gepäck vergißt, muß mit Maßnahmen der Sicherheitskräfte rechnen. Genauso verdächtig sind “herumlungern”, sich mit zu vielen Personen treffen und fluchen. Anhand der gewonnenen Profile über jeden einzelnen sollen die automatisierten Programme lernen, sogenannte “Gefährder” selbständig zu erkennen. Wird ein solcher potentieller “Gefährder” erkannt, können seine Daten ebenfalls selbstständig vom System eingeholt werden. Nach kurzer Durchleuchtung der Informationen wird die Person in eine bestimmte Gefahrenkategorie eingeteilt und gegebenenfalls (z.B. bei “sehr verdächtig”) die Polizei informiert.  

Konsequenzen 

2012 soll INDECT an den Besuchern der Fußball-Europameisterschaft in Polen/der Ukraine getestet werden. Die Ziele dieses Feldversuchs sollen Registrierung von “abnormalem Verhalten” sowie das gezielte Filtern von Sprechchören sein.
2013 wird das Europäische Forschungsprojekt beendet sein. INDECT wird Ergebnisse bringen. Daten jedes Bürgers aus sämtlichen Datenquellen miteinander verknüpfen und auswerten können. Eigenständig verdächtiges Verhalten auf der Straße registrieren und melden können. Mit INDECT wird man versuchen, vorauszusehen, wo Protest aufkommen könnte – im Idealfall bevor es die Protestierenden selbst wissen. INDECT ist ein Instrument, von dem man sich Einschüchterung, vor allem aber Kontrolle verspricht. Eine Möglichkeit, die Kontrolle zu behalten, ohne auf den Menschen Rücksicht nehmen zu müssen.

  • INDECT will wissen, was wir tun, bevor wir es selbst wissen
  • INDECT wird unsere Gesellschaft nachhaltiger verändern als jede andere Überwachungsmaßnahme bisher
  • INDECT wird definieren, was Normalität ist 
  • INDECT ist der Alptraum von George Orwell

Aufgrund vielfältiger Kritik beschlossen die Projekt-Verantwortlichen vor nicht allzu langer Zeit eine neue Geheimhaltungsstufe. Welche Daten des Forschungsprojekts an die Öffentlichkeit gelangen, beschließt ab jetzt ein INDECT-”Ethikrat”. Der – veröffentlichte Teil – der Besetzung des Ethikrats besteht aus 4 Polizisten, 2 Forschern im Bereich der Sicherheitstechnologien, 1 Professor für Mensch-Computer Interaktion, 1 Vertreter der Multimedia-Industrie, 1 Professor für Rechtskunde, 1 Rechtsanwalt für Menschenrechte und 1 Professor für Ethik: (http://www.indect-project.eu/ethics-board-members). Ein Ethikrat der zum Großteil aus Polizeibeamten und Profiteuren besteht kann nicht wirklich ernstzunehmen sein.

  • generelle Linksammlung
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  • Beteiligte

    Im Zuge des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU-Kommission startet das Forschungsprojekt INDECT mit einem Budget von rund 15 Millionen Euro. Unter den 17 beteiligten Forschungseinrichtungen befinden sich neben privatwirtschaftlichen Unternehmen auch die folgenden Hochschulen:

  • Berg- und Hüttenakademie Krakau (Polen)
  • Technische Universität Danzig (Polen)
  • Universität Carlos III zu Madrid (Spanien)
  • Technische Universität Sofia (Bulgarien)
  • Bergische Universität Wuppertal (Deutschland)
  • University of York (Großbritannien)
  • Technische Universität Ostrava (Tschechien)
  • Technische Universität Košice (Slowakei)
  • Fachhochschule Technikum Wien (Österreich)
  • Die Koordination des Projekts obliegt hierbei der an erster Stelle aufgeführten Universität Krakau.

 

Herbst 2009

The Daily Telegraph berichtet erstmals über INDECT unter dem Titel: “EU-finanziert Orwells künstlichen Intelligenz Plan zur Überwachung der Öffentlichkeit bei “abnormem Verhalten”.

Zahlreiche europäische Medien ziehen nach und berichten ebenfalls über INDECT. Unter ihnen Die Zeit, die taz, futurezone und derStandard. Das Studierendenparlament der Bergischen Universität Wuppertal, deren Fachbereich E an der INDECT-Forschung beteiligt ist, fordert das Ende dieser Beteiligung.   

September 2010

Die Geheimhaltungsvorschriften über INDECT werden verschärft. Ein Ethikrat soll von nun an über die Veröffentlichung von Informationen entscheiden.

Zwei Dokumente verschwinden daraufhin von der INDECT Projektwebsite. Futurezone und die Piratenpartei Deutschland veröffentlichen diese beiden Dokumente auf ihrer Website. Genannte Dokumente finden auf der INDECT-Projektseite stillschweigend wieder zu ihrem alten Platz zurück.  

Oktober 2010

Mehrere EU-Parlamentarier, unter der Federführung von Alexander Alvaro, kritisieren INDECT und veröffentlichen eine schriftliche Erklärung , in der die EU-Kommision aufgefordert wird, sämtliche Unterlagen zu INDECT offenzulegen. 

November 2010

“Die Linke” fragt die Deutsche Bundesregierung in der Kleinen Anfrage 17/3641 nach der “Forschung am EU-Projekt INDECT”. Zum ersten Mal hält INDECT mit einem Bericht auf heute.de Einzug in die “größeren” Medien. 

Sommer 2012

größere geplante Feldversuche bei der Fußballeuropameisterschaft in Polen und der Ukraine sowie bei den Olympischen Spielen in London. 

Jahresende 2013

geplanter, erfolgreicher Abschluss der Forschungsarbeiten, INDECT wird zum Einsatz bereit sein.

 

Hilf mit! Stopp INDECT!    

Sprich über INDECT, erzähle den Menschen, die Du kennst, was Du über INDECT weißt. Damit hilfst Du dabei, das Thema INDECT in die Öffentlichkeit und in die öffentliche Diskussion zu tragen. Vielleicht kennst Du ja auch Journalisten, Künstler, Politiker, die dabei helfen können?

Hilf uns bei der Vernetzung aller INDECT-Gegner. Vielleicht gehörst Du einer Bürgerrechtsbewegung, einer Partei oder sonstigen Organisation an? Nur wenn wir alle gemeinsam gegen INDECT einstehen, werden wir verhindern können, dass dieses Projekt irgendwann gegen uns eingesetzt wird. 

Blogge über INDECT!!
 

Verteile Flyer über INDECT, starte oder beteilige Dich an Aktionen gegen INDECT.

 

Banner indect AG nr2.jpg

  

Jetzt bist Du dran – hilf uns, Dir selbst und allen Menschen, die auf eine freie und demokratische Gesellschaft nicht verzichten wollen, INDECT zu verhindern!   

 www.stopp-indect.info/?page_id=365&lang=de 

 

Ankündigung:

 

Demo in München am 20.10.2012

 

 

 

 


 Weitere Informationen zu INDECT finden Sie auf:
 

http://anonymous-bayern.com 

 

Bitte beteiligen Sie sich zahlreich an dieser Demo. Es geht nicht nur um unsere Zukunft, sondern vor allem auch um die Zukunft unserer Kinder.   

Stehen wir auf!   

Erheben wir unsere Stimme gegen den orwell`schen Überwachungsstaat!
 

Erheben wir unsere Stimme für unsere Freiheit und die unserer Kinder!  

 

Das Interview mit Ilija Trojanow

http://www.3sat.de/mediathek/?display=1&mode=play&obj=16370

http://www.3sat.de/mediathek/?display=1&mode=play&obj=10109 

 

Indect – die neue Generalüberwachung? 

Stellen Sie sich vor, Sie fahren zur Besichtigung in eine deutsche Großstadt und parken auf einem großen, öffentlichen, nicht nummerierten Parkplatz. Am Abend, als es schon dunkel ist, suchen Sie Ihr Auto. Weil Sie es nicht sofort finden, werden Sie einige Minuten später von einer Polizeistreife intensiv kontrolliert und wundern sich, dass Sie als verdächtige Person eingestuft werden.

Science Fiction? Utopie? Nein, Indect! Ihr „abnormales“ Verhalten wurde von einer Kamera gefilmt und Sie daraufhin als potentielle Gefahr (Autodieb?) eingestuft und gescannt. In wenigen Sekunden wurden alle Informationen, die von Ihnen im Netz, in Datenbanken usw. vorhanden sind, abgeglichen und an eine zentrale Stelle weitergeleitet.

Was hier nur an einem fiktiven Beispiel demonstriert wird, gehört zum Test-Projekt: „Intelligentes Informationssystem zur Unterstützung von Überwachung, Suche und Erfassung für die Sicherheit von Bürgern in städtischer Umgebung.“ Es soll jeden Bürger aus Sicherheitsgründen an jedem Fleck des öffentlichen Lebens beobachten und beim geringsten „auffälligen“ Verhalten überprüfen. Was kommt da auf uns zu?!  

Welches Verhalten wird dann noch der „Norm“ entsprechen? 

 

Quelle:  

www.zeit.de/digital/datenschutz/2009-09/indect-ueberwachung