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Brief an Ströbele u.Gisi PDF Drucken E-Mail

                                                

 

Brief an Ströbele und Gisi

 "Captain Snowden gegen NSA, BND und für eine Welt ohne Geheimdienste"
  

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Sehr geehrter Herr Ströbele,

 

Sehr geehrter Herr Gisi,


über Ihre Website bin ich auf den Video-Mitschnitt Ihres Gesprächs mit Constanze Kurz und Gregor Gysi zum Thema „Captain Snowden gegen NSA, BND und für eine Welt ohne Geheimdienste“ gestoßen:


https://www.youtube.com/watch?v=-RVM6cf557U


Sie machen in diesem Gespräch die Bemerkung, die "politischen Gefangenen" des deutschen Bundestags müssten zusammengelegt werden, um gemeinsam gegen NSA-Spionage in Deutschland zu kämpfen.


Tatsächlich scheint es, als könnten die "politischen Gefangenen" des deutschen Bundestags derzeit keinen uneingeschränkten Gebrauch von den Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten der Legislative machen. Dennoch zeugt die Formulierung "politische Gefangene" von einem allzu laxen, auf raschen Publikumserfolg bedachten Sprachgebrauch: Der/die politische Real-Gefangene ist in ganz anderem Sinne entrechtet als die Politiker/innen des deutschen Bundestags es aktuell sind oder sein mögen.

 

Der auf Koffern sitzende Snowden wird durch solchen Sprachgebrauch zu einer Art Katalysator von Polit-Talkshow-Lacherfolgen – von den politischen Real-Gefangenen des Staatsterrorismus anderer Nationen ganz zu schweigen. Die dringlichen Probleme Snowdens – als einem politisch Verfolgten – werden durch die diskursive Solidarität der ‚politisch Gefangenen‘ des deutschen Bundestags ebenso wenig gelöst.

Im Übrigen muss der Deutsche Bundestag endlich damit aufhören, sich ausschließlich auf die Opfer der US-amerikanischen Geheimdienste zu fokussieren – der NSA-Untersuchungsausschuss sollte m.E. daher besser, weil neutraler, „Geheimdienstausschuss“ heißen: Wer, als deutscher Politiker, für Snowdens Rechte eintritt, muss auch für 

 

kurz: auch und gerade für deutsche Geheimdienst-Opfer oder besser noch: für die internationale Interessengemeinschaft der Opfer geheimdienstlicher Verfolgung eintreten. BND-Soldatinnen und BND-Soldaten, die einer Total-Überwachung durch Mind Control ausgesetzt sind, ohne Anlass zu Verdächtigungen gegeben zu haben, gehören – grundsätzlich betrachtet – ebenso zu dieser Interessengemeinschaft wie jene targeted individuals der Zivilbevölkerung Deutschlands bzw. anderer Nationen, an denen die Geheimdienste den Einsatz von Mindmaschinen und psychotronischen Waffen trainieren.


Der Kampf für die Rechte Snowdens darf die Rechte all dieser Opfer nicht ausschließen, sondern muss sie einschließen.

 


Mit bestem Dank für Ihre Kenntnisnahme und freundlichen Grüßen

 

Sandra K. ( Ärztin - Wissenschaftlerin)