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Whistleblower/ Tötet den Boten! PDF Drucken E-Mail

Der Einzelne ist angesichs der so monströsen Verschwörung nicht geneigt daran zu glauben und bestreitet deshalb, das sie existiert!!

 

-J.Hoover , ehem. FBI-Chef- 

 

 Whistleblower

Tötet den Boten!

Vom NSA-Skandal bis zur CIA-Folter: Ohne Whistleblower wäre Unrecht kaum je publik geworden. Die Arte-Doku "Schweig, Verräter!" zeigt, wie sie dafür büßen müssen.

von 

 

Kultur, Whistleblower-Doku, Whistleblower, Edward Snowden, Barack Obama, Bundesregierung, George W. Bush, ARTE, US-Regierung, USA, Waterboarding

 Szene aus dem Arte-Dokumentarfilm "Schweig, Verräter!"  |  © Arte 

 

Manche Fernsehsendungen verursachen physische Schmerzen. Und nein, hier ist weder von der saftigen ZDF-Schnulze am Sonntagabend die Rede noch vom Müll, mit dem RTL auch die restlichen 9.990 Minuten der Woche vollstopft. Es geht um die alltäglichen Geißelungen des Menschen, besonders jener, die das Gerechtigkeitsempfinden berühren. Es geht also um Wahrheit, die nicht nur im Krieg zum ersten Opfer wird, um zivilisatorische Verlogenheit, um die USA.

Gestern Abend zeigte Arte einen Dokumentarfilm über das selbsternannte Land der Freiheit, der im Verlauf seiner 102 Minuten so permanent an die Grenzen körperlicher Qual stieß, dass man sich zuweilen im Leib der Opfer fühlte. Und von denen gibt es in Schweig, Verräter! eine  Menge.

Schon der Untertitel verweist darauf, welche es sind: Whistleblower im Visier. Vom Duden als Zuträger geheimer Informationen definiert, gelten Whistleblower im englischen Sprachraum wohlwollend formuliert als Petzen, also verräterische Nestbeschmutzer. Und so werden sie, das belegt der Film in jeder peinigenden Sekunde mehr, auch behandelt. 

Da wäre John Kiriakou, der vor sieben Jahren als erster CIA-Beamter mit einem medialen Paukenschlag publik machte, was sich die US-Regierung bis heute weigert, Folter zu nennen: Waterboarding.

Da wäre Jesselyn Radack, die als Anwältin des Justizministeriums Behörden zu ethischen Fragen berät, dabei jedoch unfassbare Missstände aufgedeckt hat, was sie fortan selbst ins Visier der Ermittler gebracht hat. Und da wäre Thomas Drake, NSA-Experte für Software-Tests des Auslandsgeheimdienstes, den seine korrekte Arbeit Amt und Würde kostete. Sie alle werden als dienstbeflissene Patrioten porträtiert, deren Gewissenhaftigkeit ihre Karrieren zerstört hat. Und wäre das Thema nicht so ernst, man könnte sich wunderbar über den Regisseur amüsieren, der allen Ernstes James Spione heißt.

 

Noch schlimmer als es der CIA-Bericht verrät

Um das, was sein Nachname so putzig ausdrückt, geht es in Schweig, Verräter! allerdings nur vordergründig. Eine Woche nachdem der Geheimdienstausschuss des US-Senats die 500-seitige Zusammenfassung eines sechsmal dickeren Berichts über die Machenschaften der CIA im war on terror veröffentlicht hat, zeigt Arte, dass alles noch viel furchtbarer ist. John Kiriakou, so filtert der Film Szene für Szene heraus, entlarvt Washingtons Sicherheitspolitik als völkerrechtswidriges, menschenverachtendes, auch nach eigenem Recht illegales System entfesselter Agenten im In- und Ausland – und landet für die Aufdeckung nur Dank eines dubiosen Deals 30 statt 300 Monate im Gefängnis.

Jan Freitag ist freier Journalist in Hamburg und hält den vakanten Platz seines gescheiterten Lieblingssenders"Das Vierte" demonstrativ frei, bis dort US-Serien im Original laufen.

Weniger drastisch, aber ebenso ungerecht ergeht es James Drake und Josselyn Radack. Wofür sie nach dem sogenannten Geheimnisverrat mit allerlei Preisen für Zivilcourage geehrt wurden, dafür bestrafte sie der Staat mit Ächtung, Ausschluss, Berufsverbot, einem Leben ohne Perspektive. "Schon immer waren Menschen gezwungen, sich zwischen ihrem Gewissen und ihrer Karriere zu entscheiden", sagt die desillusionierte Juristin Radack zu Beginn, "doch nun riskieren sie sogar ihre Freiheit und ihr Leben".

Schwarzweiß nachgespielt wie in Schweig, Verräter! mieft die Illustrierung solcher Vorgänge zwar manchmal nach Aktenzeichen XY. Und gegen Ende verseift der Film zur gefühligen Trauerbegleitung dreier Whistleblower. Doch wenn sich arglose Existenzen so willkürlich in ihre Bestandteile auflösen, möchte man als Zuschauer eigentlich nur schreien. Schreien über alle Ungerechtigkeit in der Welt, die dort besonders schmerzhaft ist, wo sie im schmutzigen Unterhemd falscher Gerechtigkeit daherkommt. Schreien über die USA, in denen das System staatlich legitimierter Rechtsbeugung zusehends autokratische Züge annimmt.

Schreien auch über Barack Obama, der zwar von Bewusstseinswandel faselt, im Gegensatz zu George W. Bush aber Whistleblower nach einem Spionage-Gesetz von 1917 anklagen lässt und das Treiben seines diabolischen Amtsvorgängers somit vollendet.

Ebenso laut schreien möchte man angesichts einer Bundesregierung, die keine Anstalten macht, politische, juristische, wirtschaftliche oder bloß diplomatische Konsequenzen aus dem Weltrechtsbruch des Bündnispartners zu ziehen. Flankiert von einer Justiz, die das staatliche Bemühen um Normalität im permanenten Normbruch auch noch mit dem Verbot legitimiert, Edward Snowden in Deutschland vorladen zu lassen.

 

Snowden und Manning als Referenzgrößen

Edward Snowden, jenen berühmtesten aller Whistleblower, erwähnt James Spione wie Bradley Manning nur am Rande – als reine Referenzgröße des schreienden Unrechts, mit dem die USA sich so offensichtlich selbst schaden, dass sogar das politische Asyl eines US-Bürgers in Putins großrussischer Tyrannei irgendwie logisch erscheint. Diese zwei ehrbaren Zuträger zahlen für ihren angeblichen Verrat nicht nur mit den Scherben ihrer bisherigen Leben, sondern – wie der leakende Soldat Manning – mit einem Dasein im Gefängnis oder auf der Flucht.

Doch dieser Extremfälle bedarf es im Grunde gar nicht, um das Unrechtssystem amerikanischer Geheimdienste zu verdeutlichen. Schon die unspektakuläreren Pfeifereien der drei gezeigten Dissidenten belegen ja eindrücklich, was John Kiriakou seit den Terroranschlägen von 9/11 feststellt: "Zwischen Schwarz und Weiß gibt es kein Grau mehr."

Nur noch Freund oder Feind. Wie in jeder Diktatur. Und sei es die des Sicherheitswahns. 

 

"Schweig, Verräter!", noch bis 23. Dezember in der Arte-Mediathek. 

 

http://www.zeit.de/kultur/film/2014-12/whistleblower-arte-doku-schweig-verraeter/komplettansicht


https://www.youtube.com/watch?v=ujrx7hqSPmg
 


Inzwischen haben die soviele Fernwaffensysteme, kriminelle Unrechtsysteme - eine sog. synthetische Matrix- in der die sich eigenverantwortlich total vernichten. Diese Leute müssen echt geistesgestört, lebensmüde, existenzmüde  sein!!
 
Wie soll man denn solchen Monarchen, solchen Wissenschaftlern, Politikern, Parlamentariern usw. auch nur den geringsten Respekt zollen?!

Das Volk wählt immer die falschen Personen für die Politik, die seit dem Geburt psychischkrank sind!!